Gründerinterview mit Nicole Pawollek von „Umweltschutz macht Schule”

„Umweltschutz macht Schule“ unternimmt aktiv etwas gegen die Klimakrise. Ziel ist die Ausbildung von Umweltschutzexpert*innen, die sich in Vertretungsstunden der Wissensvermittlung von Nachhaltigkeitsthemen widmen.

Wer steckt hinter Umweltschutz macht Schule?
Nicole Pawollek – Mutter, Veganerin und aus tiefstem Herzen Umweltschützerin. Als ausgebildete vegane Ernährungsberaterin richte ich mein Leben danach aus, wie ich als Mutter, Konsumentin und Freundin nachhaltiger mit Ressourcen umgehe.
Meine größte Sorge ist es, dass unser wundervoller Planet schon bald kein schöner Ort mehr ist, um Kinder groß zu ziehen und ein unbeschwertes Leben zu leben. Ich brenne für dieses Projekt und möchte es in ganz Deutschland umsetzen.

Was genau macht Ihr Startup und was ist das Besondere an Ihrer Geschäftsidee?
Das Weltaktionsprogramm „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) ist 2015 gestartet und soll vom Bundesministerium für Bildung und Forschung umgesetzt werden. Z. B. sollen Schulen dies im Unterricht mit aufnehmen. Bislang ist aber an den mir bekannten Schulen nur sehr wenig bis gar nichts passiert.
Junge Menschen lernen in der Schule zu verstehen, wie unser Handeln miteinander zusammenhängt, um so die Zukunft zu gestalten. Sie sollen nachhaltige von nicht nachhaltigen Lösungen unterscheiden können.
Weiterhin gibt es ein hohes Maß an Unterrichtsausfall. Wieso nicht beides miteinander kombinieren und BNE in den Vertretungsstunden an die Schüler*innen herantragen?

Aus welcher Situation haben Sie sich selbstständig gemacht?
Bereits seit Jahren engagiere ich mich im Umweltschutz. Leider erreiche ich als One-Woman-Show immer nur eine Klasse mit etwa 30 Schüler*innen. Mir ist es wichtig, dass möglichst viele Kinder wissen, was sie selbst für unseren Planeten tun können, dies in ihre Familien tragen und ein Verständnis dafür entsteht, dass wir es in der Hand haben, die Klimakrise zu stoppen.

Gab es Vorbilder oder einen besonderen Auslöser für Ihren Schritt in die Selbstständigkeit?
Ich habe vor ein paar Jahren die Ocean Film Tour besucht und mit Erschrecken festgestellt, wie schlecht es um unseren Planeten bestellt ist. Ich begann, mich damit zu beschäftigen und es an die Schulen in Offenbach zu bringen. Die Schüler*innen waren immer engagiert dabei und veränderten nach den Unterrichtseinheiten ihren Umgang mit Ressourcen. Ich bin mir sicher, dass wir noch viel mehr Menschen erreichen könnten.

Wie läuft Ihr Startup jetzt? Wohin soll es sich einmal entwickeln?

Aktuell unterstütze ich ein Projekt, an dem zwei komplette Jahrgangsstufen (etwa 200 Schüler*innen) teilnehmen. Kleine Projektgruppen arbeiten an
unterschiedlichen Aufgabenstellungen, entstanden aus den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Global Goals). Nach dieser Testphase steht mein Konzept für die Ausbildung von Personen, die an den Schulen Vertretungsstunden übernehmen und Umweltschutz lehren können.

Was waren die größten Herausforderungen, die Sie auf Ihrem Gründungsweg überwinden mussten?
Vor allem die Finanzierung des Projekts sowie die wenige Zeit, die den Schulen für „Sonderthemen“ zur Verfügung steht. Und Corona: Die Schüler*innen und Lehrkräfte leisten seit fast zwei Jahren enorm viel, um den Unterricht stattfinden zu lassen und wirklich alle aufzufangen. Themen außerhalb der gewohnten Konzepte fallen da schnell weg.

Wer hat Sie begleitet oder unterstützt auf Ihrem Weg?

Ich habe mich mit meiner Idee beim Mentoring-Programm der Gründerstadt Offenbach beworben. Mein Mentor unterstützt mich dabei, die noch offenen Herausforderungen zu meistern und Lösungen zu finden.
Auch mein Lebensgefährte ist eine große Hilfe. Er gibt mir immer wieder neue Impulse oder sagt mir auch mal ganz klar, wenn meine Vorstellungen (noch) nicht umsetzbar sind.

Warum haben Sie sich für Offenbach entschieden?
Ich komme aus Offenbach und liebe die Stadt mit all ihrer Vielfalt, ihren wundervollen Ecken. Ich kann mir nicht vorstellen, mein Projekt woanders umzusetzen.

Welchen Tipp haben Sie für andere Gründer?
Egal, wie absurd die Idee zunächst klingen mag: wenn man dafür brennt, lohnt es sich, Pläne zu schmieden und sich den Herausforderungen zu stellen. Wichtig: eine große Portion Mut und Geduld. Und die Fähigkeit, Hilfe anzunehmen und nicht alles allein machen zu müssen.

Kontakt:
Umweltschutz macht Schule/
Nicole Pawollek
0162 2888777
hallo@umweltschutz-macht-schule.de

03.03.2022