Gründerinterview Nordlicht bringt Braukunst nach Offenbach

Reimos Brauwerk braut handwerkliche Biere in kleinen Chargen, die bisher regional und bald auch online erhältlich sind. Nach Gärung und Lagerung verzichtet der Brauer für den natürlichen Geschmack bewusst auf Filtration und Pasteurisation.

Wer steckt hinter Reimos Brauwerk?
Moin, ich bin Reimo Peters, Diplom-Braumeister, Biersommelier und Gründer von Reimos Brauwerk. Ich liebe das Brauen schon mein halbes Leben. Aus natürlichen Zutaten neue Biere zu kreieren, ist meine Leidenschaft. Mit „Reimos Brauwerk“ habe ich mir einen lang gehegten Traum erfüllt.

Was genau macht Ihr Startup und was ist das Besondere an Ihrer Geschäftsidee?
Industriebiere bieten leider keine echte Abwechslung mehr. Daher braue ich für alle Neugierigen mit Lust auf neue Geschmackserlebnisse leckere, kreative Biere, die nach mehr schmecken.

Wann und aus welcher Situation haben Sie sich selbstständig gemacht?
Gegründet habe ich im Juni 2019. Nach Abschluss meines Studiums zum Diplom-Braumeister 2012, habe ich Erfahrungen in Handwerk und Industrie gesammelt. Zuletzt war ich sogar Braumeister auf einem Kreuzfahrtschiff.

Was hat Sie zum Schritt in die Selbstständigkeit bewogen? Gab es Vorbilder oder eine besonderen Auslöser dafür?
Schon während der Ausbildung war mir klar, ich wollte später selbst Verantwortung übernehmen und Eigenes schaffen. Als seefahrender Braumeister ist mir dieser Wunsch besonders bewusst geworden – ich bin meinem Herzen gefolgt.

Wie läuft Ihr Startup jetzt? Wohin soll es sich einmal entwickeln?
Um meine Fix- und Investitionskosten anfangs gering zu halten, habe ich als „Kuckucksbrauer“ begonnen und braue meine Biere derzeit noch in meiner Partnerbrauerei nahe Bamberg.

Gerade konzentriere ich mich sehr auf Marketing und Vertrieb. Sobald der Absatz stabil ist, soll die eigene handwerkliche Kreativbrauerei Wirklichkeit werden. Mir ist Nachhaltigkeit sehr wichtig. Malz beziehe ich seit Beginn aus ökologischen Quellen. Die knappe Versorgungslage von Biohopfen ließ mich letztes Jahr noch auf konventionellen Hopfen zurückgreifen. Nun habe ich einen Jahresvorrat Biohopfen gekauft und werde bald komplett auf Bio umstellen.

Was waren die größten Herausforderungen, die Sie auf Ihrem Gründungsweg überwinden mussten?
Die Ängste und Sorgen, die mit der Selbstständigkeit einhergehen, sind eine echte Herausforderung. Ich denke, viele Gründer kennen die Angst vorm Scheitern. Ich habe mich ganz bewusst mit verschiedenen
Szenarien und deren Konsequenzen beschäftigt und mit möglichen Lösungsansätzen. Das hat mir sehr geholfen!

Wer hat Sie begleitet oder unterstützt auf Ihrem Weg?
Ohne Unterstützung aus meinem Umfeld würde es nicht gehen. Meine Freundin hilft mir beim Selbstreflektieren, ist eine wichtige Ideengeberin und Inspiration. Meine ganze Familie unterstützt mich, wo es nur geht.

In Offenbach hat mir die kompetente Beratung der IHK sehr geholfen. Im Gründercampus Ostpol bin ich auf „Youth Business Germany“ (YBG) aufmerksam geworden und habe mich erfolgreich für eines der Stipendien beworben. Hier erhalten Gründer tolle Coachings, verschiedene Seminare zu Gründungsthemen sowie besondere Netzwerk-Events.

Warum haben Sie sich für Offenbach entschieden? Was gefällt Ihnen besonders gut an diesem Standort?
Eigentlich bin ich aus Wilhelmshaven an der Nordsee. Meine Freundin kommt hier aus der Region und wollte gerne wieder näher bei ihrer Familie leben.

Für meine Geschäftsidee ist ein urbanes, offenes Umfeld wichtig und so haben wir uns für Offenbach entschieden. Es liegt mitten im Rhein-Main Gebiet, die Mieten sind bezahlbar und es vereint quasi die Vorteile von Klein- und Großstadt. Offenbach ist sehr gründerfreundlich, es hat Start-ups einiges zu bieten. Außerdem gefällt mir die Offenheit, es fällt nicht schwer mit den Offenbachern ins Gespräch zu kommen. So haben wir uns schnell heimisch gefühlt.

Welchen Tipp haben Sie für andere Gründer?
Man tritt als Gründer mit Leidenschaft, guter Idee und Fachwissen auf einem bestimmten Gebiet an. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, was man selbst noch nicht oder nicht so gut kann. Da sollte man sich kompetente Hilfe holen. Ich habe mich schon vor der Gründung bei der IHK und KIZ über mögliche Unterstützung informiert und so auch YBG kennengelernt.

Mein Tipp: Gesteht euch Schwächen ein und sucht euch Unterstützer. Das bringt euch enorm weiter.

Kontakt:
Reimos Brauwerk / Reimo Peters
069- 469 393 80
reimo@reimos-brauwerk.de

04.05.2020